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Filmschaffende: Senkung der Rundfunkgebühren ist der falsche Weg

 

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat vorgeschlagen, den Rundfunkbeitrag von aktuell 17,50 auf 17,20 Euro zu senken.

Die Filmschaffenden e.V., die Vereinigung der Berufsverbände Film und Fernsehen, weist auf die prekäre Einnahmesituation vieler Filmschaffender hin. Immer neue Sparrunden beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden auf dem Rücken derjenigen ausgetragen, die das Programm herstellen.

Die soziale Lage der Filmschaffenden ist dramatisch: Nur noch 39 % der Filmschaffenden können von ihrem Beruf auch leben.* 44 % können sich keine ausreichende Erholung leisten, weil sie finanziell darauf angewiesen sind, ständig arbeiten zu müssen. 55 % haben keine ausreichende Altersvorsorge, die meisten, weil sie sie sich nicht leisten können.

Auch der neueste KEF-Bericht fordert weitere Einsparungen von den Sendeanstalten – und das für eine Senkung des Rundfunkbeitrags von nur 30 Cent. Das ist der falsche Weg. Diese geringfügige Einsparung heute führt zu Milliardenausgaben später, wenn die Programm-Macherinnen und -Macher in der Altersarmut landen und auf staatliche Hilfen angewiesen sind.

Die Filmschaffenden fordern, den Rundfunkbeitrag mindestens gleich zu halten, wenn nicht zu erhöhen. Schon eine geringfügige Erhöhung, die dem einzelnen Beitragszahler nicht wehtut, würde helfen, dass die, die das Programm gestalten, von ihrem Beruf auch leben und vernünftig für ihr Alter vorsorgen können – so denn das Geld auch bei ihnen ankommt.

*Quelle: Umfrage der Filmschaffenden in Zusammenarbeit mit Langer Media Consulting zur sozialen Lage der Film- und Fernsehbranche 2015, 3.827 Befragte, vorläufige Auswertung Februar 2016