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Selbständig oder auf Produktionsdauer beschäftigt?

Filmschaffende diskutieren mit Experten

Zur Veranstaltung am 13.02.2012

Zur Diskussionsveranstaltung in der Landesvertretung Baden-Württemberg kamen Dutzende informationshungrige Filmschaffende, die sich in beiden Beschäftigungsformen bewegen – sowohl als abhängig Beschäftigte wie als selbständige Rechnungssteller.
Als Experten waren geladen:
Andreas Schmidt-Hagius, Steuerberater
Steffen Malzacher, Produktionsleiter (BvP)
Michael Hartmann, Beirat der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V.
Stefan von Zdunowski, Rechtsanwalt für Arbeits- und Vertragsrecht

Der Gastgeber war Reinhold Dienes (BvP), Vorstand der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände.
Die spannende Diskussion zum Für und Wider von angestellter oder selbständiger Tätigkeit beim Film brachte vor allem die Komplexität der Situation in aller Deutlichkeit zum Ausdruck.
Keinerlei Widerspruch wurde laut, als Regine Hergersberg, einer der Vorstände der Filmschaffenden, konstatierte, dass sehr viele der in die Selbständigkeit wechselnden Kolleginnen und Kollegen diesen Weg nur deshalb gingen, weil das Sozialversicherungssystem ihnen im Bedarfsfall keine Sicherung mehr gebe. Auch das derzeit gültige Gesetz zur verkürzten Rahmenfrist auf Arbeitslosengeld 1 helfe nur sehr wenigen – die meisten erreichen nie einen Anspruch, obwohl sie einen hohen Beitrag zur Arbeitslosenversicherung entrichten. Die Anpassung, die die CDU-CSU Fraktion im Frühjahr als Antrag ins Parlament einbringen wird, werde daran nichts ändern.
Der naheliegende Weg in die Selbständigkeit verspricht nur auf den ersten Blick größere finanzielle Spielräume. Die Expertenrunde analysierte diesen Weg und seine Gefahren auch hinsichtlich Fragen der Haftung und der sozialen Vorsorge sehr klar und konnte herausarbeiten, dass wegen der Unübersichtlichkeit der Filmbranche aus sozialer, rechtlicher und arbeitspolitischer Sicht auf absehbare Zeit keine generellen Lösungen in Sicht sind. So gingen die Gäste mit der Erkenntnis auseinander, dass jedes Beschäftigungsverhältnis, z. T. jeder einzelne Vertrag gesondert beurteilt werden muss. Beratungen bieten in dazu die Steuerberater und Rechtsanwälte, aber auch die Berufsverbände bzw. die Gewerkschaft.
Aufgrund des großen Zuspruchs wird die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände weitere Veranstaltungen zum Thema auch an anderen Film- und Fernsehstandorten in Deutschland anbieten.

Pressemitteilung PDF

Andreas Schmidt-Hagius (r.) im Gespräch mit Steffen Malzacher (l.)
Filmschaffende diskutieren mit Experten 13.02.2012